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2. Building Information Modeling

News

In den letzten Jahren war Building Information Modeling (BIM) eines der wichtigsten Themen im Bereich der Digitalisierung der bebauten Umwelt. Die Diskussionen konzentrierten sich in diesem Jahr zunehmend auf die Integration von BIM und GIS sowie auf die Verknüpfung von BIM mit dem gesamten Lebenszyklus von Bauwerken und Infrastruktur, einschließlich Bereichen wie Kostenplanung (Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung, kurz AVA), IoT-Integration, Survey-to-BIM und Scan-to-BIM.

Eine vielfach gezeigte Anwendung zur BIM-GIS-Integration ist die Verknüpfung von BIM- und GIS-Daten zur gemeinsamen Visualisierung in einem Viewer. Bei diesem Linking-Ansatz findet keine fundamentale Umwandlung oder Überführung der Daten in ein gemeinsames Datenmodell statt. Der Viewer muss primär die Geometrien und die Semantik beider Standards visualisieren können. Die Bearbeitung von BIM-Daten erfolgt dabei in der Regel mit herkömmlicher CAD-/BIM-Software. Umfangreiche Modellierungs- und Bearbeitungsfunktionen für BIM-Modelle sind entsprechend nicht in GIS, sondern über die BIM-Autorensoftware verfügbar. Änderungen von Attributen werden in einigen Anwendungen unterstützt. Zudem werden kombinierte Visualisierungen von IFC, CityGML, XPlanung, Punktwolken, Meshes und weiteren Datenformaten ermöglicht. Alle befragten Anbieter unterstützen neben teils proprietären Formaten insbesondere den offenen IFC-Standard für BIM-Daten. Neben der neusten Version IFC 4.3, welche bereits im April letzten Jahres veröffentlicht wurde, wird derzeit sowohl an IFC 4.4 als auch an IFC 5 gearbeitet. Neben BIM-Formaten werden oftmals auch offene GIS-Standards wie zum Beispiel der Open Geospatial Consortium (OGC)-Standard CityGML oder die OGC-Services WMS, WFS etc. unterstützt.

Die Mehrheit der Anbieter tendiert heute dazu, integrierte digitale Plattformen zu entwickeln. Im Bereich BIM für Infrastruktur ist dies besonders deutlich zu erkennen, da neue Lösungen zunehmend Punktwolkendaten, digitale Geländemodelle und andere Datensätze integrieren, um eine kollaborative Planung, Ausführung und Übergabe zu ermöglichen. Gleichzeitig hat sich der Trend zu webbasierten Plattformen durchgesetzt, die den Nutzern einen einfacheren Zugang, Interaktion in Echtzeit und kollaborative Funktionen bieten, ohne dass sie auf leistungsstarke lokale Hardware angewiesen sind.

Ebenfalls findet Künstliche Intelligenz Anwendung in BIM. In Scan-to-BIM-Implementierungen werden verbesserte Modelle zur Segmentierung und Klassifikation von Punktwolken eingesetzt. Derzeit stehen weiterhin Vergleiche zwischen Planung (as-planned) und aktuellem Zustand (as-built) im Vordergrund. Der Einsatz von KI-Methoden soll hierbei Abhilfe schaffen und zum Beispiel überflüssige Elemente aus Innenraum-Punktwolken automatisiert entfernen, um nur bauwerksrelevante Punkte für die weiteren Verarbeitungs- und Auswertungsschritte zu erhalten. Die detaillierte Ableitung von 3D-Geometrien mit zugehörigen semantischen Informationen stellt weiterhin eine signifikante Herausforderung dar. Ein substanzieller und transformativer Durchbruch im gesamten Scan-to-BIM-Prozess ist allerdings gegenwärtig nicht erkennbar. Dies gilt auch für den Einsatz von KI-Assistenten, welche eine Randerscheinung darstellen, obwohl einige Anbieter das Potenzial für leichteres Finden der richtigen Werkzeuge oder auf den User zugeschnittene Informationen aus der Dokumentation sehen.