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1 Geodätische Messtechnik

Insights

In diesem Jahr lässt sich im Bereich der Geodätischen Messtechnik ein starker Trend in Richtung von Sensor und Datenfusion beobachten. Die Vereinigung von GNSS/RTK, LiDAR und optischen Sensorsystemen in hybriden, häufig SLAM-fähigen Plattformen stellt dabei eine der zentralen Entwicklungen in der Branche dar. Solche Plattformen sind in der Lage mithilfe von Sensordaten gleichzeitig ihre eigene Position zu bestimmen und die Umgebung zu erfassen, insbesondere in GNSS-armen oder GNSS-freien Umgebungen. Es werden hier nicht zuletzt aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Datenquellen auch in Umgebungen mit schlechtem GNSS-Empfang Genauigkeiten im Zentimeterbereich erreicht.

Der Trend zur Integration diverser KI-Anwendungen stellt einen relevanten Aspekt der Entwicklung der nächsten Generation von Totalstationen dar. Zentrale Applikationen sind hier KI-unterstützte Zielerfassung, KI-basierte Erkennung und Identifizierung von Prismentypen, sowie automatische KI-basierte Zielverfolgung. Um eine robuste Zielverfolgung auch bei Unterbrechung der Sichtlinie zu gewährleisten, werden KI-Methoden zur Vorhersage der Trajektorie des zu verfolgenden Prismas eingesetzt.

Im Bereich des terrestrischen Laserscannings lassen sich wie bereits in den Jahren zuvor primär inkrementelle Verbesserungen existierender Produkte beobachten. Erwähnenswert ist hier die Spezialisierung einzelner Systeme auf bestimmte herausfordernde Umweltbedingungen, wie sie beispielsweise beim Einsatz in vereisten und verschneiten Umgebungen auftreten. Die Anpassung erfolgt zum Beispiel durch den Einsatz spezieller, bei konventionellen Systemen unüblichen Wellenlängen (z.B. 1064 nm). Erreicht werden hier Reichweiten von bis zu 6000 m bei einer Genauigkeit von 100 mm bei 100 m Distanz.

Ein weiterer Trend ist die Integration von 3D Gaussian Splatting (3DGS) in SLAM-Systemen des niedrigeren bis mittleren Preissegments. Diese Technologie ermöglicht die realistische Darstellung eines, verglichen mit traditionellen Meshes, außergewöhnlich hohen visuellen Detailreichtums bei gleichzeitig hoher geometrischer Genauigkeit. Um 3DGS zu ermöglichen, werden existierende handgehaltene Lösungen häufig um zusätzliche optische Panoramakameras, wie beispielhaft in Abbildung 2 dargestellt, erweitert. Die bereits vorhandenen Kameras dienen dabei weiterhin primär dem Anreichern der Punktwolken mit RGB-Informationen. Im Allgemeinen hat sich das Angebot an handgehaltenen Mobile Mapping Sensoren des niedrigen bis mittleren Preissegments im Vergleich mit den vorangegangenen Jahren stark ausgeweitet.

Abbildung 2: Sensor Fusion bei einem handgehaltenen, SLAM-fähigen Mobile Mapping System: FJD Trion

Mit dem video-basierten, visuellen SLAM eröffnet sich in diesem Jahr ein neues Feld. Das betreffende System, dargestellt in Abbildung 3, erreicht eine Punktwolkengenauigkeit von 3 mm auf 1 m Distanz und 2 cm auf 20 m Distanz und kann in Tunnelumgebungen ohne Schleifenschluss eine Genauigkeit von etwa 7 mm aufrechterhalten.

Von Sensorfusion bis Gaussian Splatting
Die Trendanalyse zur INTERGEO 2025

Die INTERGEO zeigte in diesem Jahr deutlich, dass Sensor- und Datenfusion zu den zentralen Treibern aktueller und zukünftiger Entwicklungen im Geospatial-Umfeld zählen. Über alle Anwendungsbereiche hinweg – von der geodätischen Messtechnik über unbemannte Systeme bis hin zur Erdbeobachtung – lassen sich hybride Plattformen beobachten, die unterschiedlichste Sensoren in gemeinsamen Systemen vereinen.

Wir danken den Autorinnen und Autoren der Trendanalyse für ihre fachliche Expertise und die sorgfältige Auswertung der auf der INTERGEO gewonnenen Eindrücke. Ihre Beiträge bilden die Grundlage für die Einordnung zentraler technologischer Entwicklungen im Geospatial-Umfeld.