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Geostammtisch Dresden online

Impulse zu digitalen Zwillingen und Open-Source-GIS

Am 14. April 2026 fand ein weiterer „Geostammtisch Dresden online“ der sächsischen Fachverbände und Vereine DGfK Sektion Dresden, BDVI Sachsen, DVW Sachsen, GDI Sachsen und VDV Landesverband Sachsen statt.

Das seit 2020 etablierte Format wird zwei- bis dreimal jährlich durchgeführt und hat sich als feste Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft etabliert.

Den inhaltlichen Auftakt bildete der Impulsvortrag von Heino Rudolf zum „Twin Information System (TwIS) im Knowledge-Graph“. Zunächst erläuterte er den Unterschied zwischen dem Begriff TWiS und dem in der Fachwelt weit verbreiteten Begriff des „Digitaler Zwillings“. Anschließend beschrieb Heino Rudolf den datengetriebenen Ansatz, der auf der Verknüpfung heterogener Datenquellen in einem Wissensgraphen basiert. Das TwIS verändert dabei die Daten in den Fachsystemen nicht, sondern qualifiziert sie über eindeutige Schlüssel, wie bspw. Adressen, um komplexe Abfragen zu ermöglichen. Die Anwendung ermöglicht es, Objekte und ihre Beziehungen flexibel zu modellieren. Es sei ein echter Datenzwilling, der durch seine Einfachheit besteche. Die zugrunde liegende Idee folgt einem Paradigmenwechsel im Datenmanagement: Statt isolierter Fachsysteme steht die interoperable, vernetzte Nutzung von Daten im Vordergrund, wodurch neue Auswertungen und systemanalytische Betrachtungen erleichtert werden. Auch die Integration von Echtzeit- und Sensordaten sowie die Recherche in der Datenhistorie wurde als wesentlicher Baustein hervorgehoben.

Im zweiten Teil berichteten Heino Rudolf und Mathias Gröbe von der FOSSGIS-Konferenz 2026 in Göttingen. Die große Bandbreite der Beiträge spiegelte die Dynamik der Open-Source-GIS-Community wider – von Datenbanken wie PostGIS bis hin zu Webmapping-Lösungen. Im Zentrum des Austauschs standen insbesondere praxisnahe Anwendungen rund um QGIS, etwa effiziente Workflows, Erweiterungen durch Plugins sowie die zunehmende Bedeutung offener Geodaten. Deutlich wurde, dass Open-Source-Werkzeuge nicht nur technologisch ausgereift sind, sondern auch eine zentrale Rolle für Innovation und digitale Souveränität im Geobereich spielen. Ein Spiegel der OpenSourceCommunity ist, dass die Präsentationen der FOSSGIS im Veranstaltungsprogramm hinterlegt und öffentlich zugänglich sind.

Die anschließende Diskussion unterstrich den Mehrwert des Formats und zeigte das anhaltend große Interesse am kollegialen Austausch. Der Geostammtisch wird auch künftig regelmäßig stattfinden und Raum für aktuelle Themen sowie fachliche Vernetzung bieten.