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Exklusive Ausgrabungsführung für die DVW-Mitglieder der Bezirksgruppen Bodensee und Rottweil

Bericht

Die Firma Archaeo Task organisierte für die DVW-Mitglieder der beiden Bezirksgruppen Bodensee und Rottweil eine Führung auf dem archäologisch hoch interessanten Ausgrabungsfeld Singen-Nordstadt. Die Firma Archaeo Task aus Engen-Welschingen ist eine private Grabungsfirma, die bei anstehenden Baumaßnahmen Bodenuntersuchungen durchführt und archäologische Funde sichert, natürlich in enger Abstimmung mit der behördlichen Denkmalpflege.

Die Teilnehmer an der Führung wurden von Armin Höfler, einem der drei Geschäftsführer der Grabungsfirma, in Empfang genommen, kurz über den Anlass der Grabung informiert und auf das Grabungsfeld geführt. Auf dem Grabungsfeld war für die DVW-Mitglieder ein Infopunkt mit zahlreichen Fundstücken der Ausgrabung sowie einer Fotostrecke über das Ausgrabungsfeld und zur Erläuterung der Funde aufgebaut. Armin Höfler erklärte das grundsätzliche Vorgehen bei einer archäologischen Ausgrabung und wies darauf hin, dass sich im Jahr 2016 die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert hätten und der Bauherr für die Kosten der erforderlichen archäologischen Grabung verantwortlich sei.

Erläuterungen von Armin Höfler am Infopunkt
Interessierte Zuhörer des DVW

Der zuständige Grabungsleiter Dr. Andreas Gutekunst und Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald berichteten über die verschiedenen Funde und ordneten diese für die Zuhörer historisch ein. Obwohl der Raum Singen für seine archäologischen Funde unter Experten bekannt sei, war das Grabungsteam von der Fülle der Funde aus unterschiedlichsten Epochen auf engstem Raum doch überrascht. Die rund 200 Fundstellen des Grabungsfeldes reichen von der Jungsteinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis zu den Kelten. Zu den vor Ort gezeigten Funden zählten verzierte Keramikscherben und eine Feuersteinspitze aus der Jungsteinzeit, ein Gräberfeld aus der Bronzezeit sowie Reste einer keltischen Siedlung. Man stieß bei den Grabungen auch auf eine Straßenkreuzung aus der Eisenzeit. Infrastruktur, die man von den Römern kennt, aus vorrömischer Zeit aber selten gefunden wird.

Präsentation der Funde
Grabungsleiter Dr. Andreas Gutekunst vor einer Grabstelle

Als spezielle Zugabe für den DVW erläuterte Georg Häußler, ein weiterer Vertreter der Geschäftsführung, die heutzutage in der modernen Archäologie eingesetzten Messinstrumente und Messverfahren. GNSS-Empfänger und Messdrohnen sowie GIS-Systeme zur Dokumentation, Verwaltung und Visualisierung der Funde gehören zur Standardausstattung der Firma. Archaeo Task arbeitet auch sehr eng mit Hochschulen und Forschungsstellen zusammen, um neue Arbeitsmethoden zu entwickeln. Aktuell ist die Firma an der Entwicklung einer Geomagnetik-Drohne, welche mit ihren Sensoren Unregelmäßigkeiten in der Bodenmagnetik erkennt, woraus Rückschlüsse auf archäologische Spuren gezogen werden können. Dies ermöglicht der Firma schnell großflächige archäologische Voruntersuchungen durchzuführen, wie sie etwa beim Neubau von Gas- oder anderen Leitungstrassen erforderlich sind.

Georg Häußler stellt die Messtechnik vor, neben ihm Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald

Auf Nachfrage nannte Armin Höfler noch einige Fakten zu Archaeo Task. Die Firma wurde im Jahr 2016 gegründet und zählt mit heute über 50 Mitarbeitern zu einer der ersten und größten Ausgrabungsfirmen Baden-Württembergs. Aktuell betreut die Firma acht Ausgrabungen im süddeutschen Raum.

Nach der 1 ½-stündigen Führung waren die DVW-Mitglieder sowohl von den mannigfaltigen Funden auf dem knapp 8.000 m² großen Grabungsfeld sowie der technischen Ausstattung der Firma sehr beeindruckt.

Blick über das Grabungsfeld

Und die Teilnehmer, die sich noch zu einem gemeinsamen Abendessen im Hotel Restaurant Hohentwiel zusammenschlossen, wurden am Ende des Tages mit einem herrlichen Blick über die Stadt Singen auf den Bodensee und die Insel Reichenau belohnt.