Mit dem FORUM GEODÄSIE 2026 richteten die drei DVW‑Landesvereine Baden‑Württemberg, Rheinland‑Pfalz und Saarland erstmalig den zentralen Treffpunkt der deutschsprachigen Geo-Community im Südwesten aus. Die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe fand mit rund 180 Teilnehmenden „grenzübergreifend“ in Ludwigshafen und Mannheim statt.
Der neue Geodäsie-Dialog zu Gast im Südwesten
FORUM GEODÄSIE 2026


Mit dem FORUM GEODÄSIE 2026 richteten die drei DVW‑Landesvereine Baden‑Württemberg, Rheinland‑Pfalz und Saarland den zentralen Treffpunkt der deutschsprachigen Geo-Community erstmals im Südwesten Deutschlands aus. Die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe fand mit rund 180 Teilnehmenden „grenzübergreifend“ in Ludwigshafen und Mannheim statt.
Alle Akteure der geodätischen Berufswelt sind gefordert, sich fortlaufend an wandelnde gesellschaftliche Anforderungen anzupassen. Die fachlichen Zielrichtungen haben sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte deutlich verschoben, und mit dem Klimawandel steht seit geraumer Zeit eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit im Fokus. Das FORUM Geodäsie 2026 griff diese Thematik auf und widmete sich den Auswirkungen des Klimawandels sowie den daraus resultierenden Anforderungen an Geodäsie, Landmanagement, Katastrophenschutz und Immobilienbewertung.
Schwerpunkt der Fachtagung war, die Rolle raumbezogener Daten, moderner Technologien und interdisziplinärer Ansätze im Kontext von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sichtbar zu machen und den fachlichen Austausch über Disziplingrenzen hinweg zu fördern. Dies betonte auch der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling und hob gleichzeitig die Bedeutung von Geodaten als essenziellen Rohstoff für digitale, nachhaltige und resiliente (Lebens)Raumplanung hervor.
Das zweitägige Programm bot eine ausgewogene Mischung aus wissenschaftlicher Grundlagenforschung, praxisnahen Anwendungsbeispielen und interaktiven Formaten.
Klimawandel verstehen – Grundlagen und neue Technologien
Den fachlichen Auftakt bildete ein Blick von Prof. Dr. Michael Kunz – Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Meteorologie und Klimaforschung – auf die physikalischen Grundlagen und die messbaren Auswirkungen des Klimawandels. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren erheblich beschleunigt – mit der Folge eines deutlich erhöhten globalen Strahlungsungleichgewichts (höhere Einstrahlung als Ausstrahlung). Die zusätzliche Energie im Klimasystem beeinflusst atmosphärische Prozesse über verschiedene Raum- und Zeitskalen hinweg und führt damit auch zu einer Zunahme von Extremereignissen wie Hitzewellen und Sturzfluten. Während Hitzewellen in Europa in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger, länger und intensiver geworden sind, begünstigt der steigende atmosphärische Wasserdampfgehalt eine Zunahme kleinräumiger Starkniederschläge und damit verbundener Sturzfluten. Am Beispiel des Ahrtal-Hochwassers 2021 zeigen forensische Katastrophenanalysen des CEDIM eine nichtlineare Verstärkung hydrologischer Extremereignisse unter zukünftigen Erwärmungsszenarien. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse die wachsende Bedeutung skalenübergreifender Prozesse und datenbasierter Analysen für das Verständnis und die Bewertung klimabedingter Risiken.
Anknüpfend daran zeigte PD Dr. Sina Keller vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung am KIT mit Ihrem Beitrag „Raumbezogene KI aus Fernerkundung und Geoinformatik“, wie aus hochaufgelösten Fernerkundungs- und Geodaten mittels Künstlicher Intelligenz entscheidungsrelevante Informationen für Klimaschutz und Klimaanpassung gewonnen werden können. An konkreten Anwendungen wurde demonstriert, wie Deep-Learning-Methoden zur automatischen Segmentierung der Landbedeckung eingesetzt werden, um urbane Strukturen wie Vegetation, Versiegelung und Gebäude zuverlässig zu erfassen. Diese Informationen bilden eine zentrale Grundlage für die Identifikation von Hitzeinseln, Grünpotenzialen und evidenzbasierten Anpassungsmaßnahmen. Darauf aufbauend verdeutlichte Dr. Keller, wie KI bestehende Photovoltaikanlagen auf Dach- und Freiflächen anhand hochauflösender Orthophotos erkennt und damit zum Klimaschutz beiträgt. Ergänzend wurde das zukünftige Ausbaupotenzial bewertet, etwa durch die Analyse von Parkflächen für die PV-Nutzung auf Basis offener Geodaten. Der Beitrag veranschaulichte den Weg von Daten zur automatisierten Informationsgewinnung und zu skalierbaren Entscheidungsgrundlagen für Klima- und Energiefragen mittels KI.
Dr. Susanne Benz – ebenfalls vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung am KIT – knüpfte daran an und präsentierte einen integrierten Ansatz zur Nutzung von Fernerkundung und Geodatenanalyse als Planungsgrundlage für mehrskalige Klimaanpassungsmaßnahmen. Ausgangspunkt ist die Bereitstellung digitaler thematischer Karten und Geodaten, die auf kommunaler Ebene in Kombination mit lokalen Klimazielen als operative Planungsinstrumente dienen.
Im Rahmen einer Forschungsarbeit in Hessen wurden zunächst temperaturbezogene Indikatoren je Regierungsbezirk klassifiziert, um großräumige Klimamuster zu homogenisieren und lokale Effekte besser herauszuarbeiten. Durch die Zusammenführung mehrerer Parameter entstanden konsistente universelle Hot‑ und Coldspots, wobei der Tagesgang der Temperatur explizit erhalten blieb. Erwartungsgemäß zeigten sich bebaute Flächen – einschließlich großflächiger Infrastrukturen wie dem Frankfurter Flughafen – als ausgeprägte Hitzehotspots, deren planerische Relevanz jedoch differenziert bewertet werden muss. Anschließend werden diese in einem „Merit‑and‑Penalty“-System bewertet und räumliche Handlungsschwerpunkte in unterschiedlichen Prioritätsstufen definiert. Dabei wurde festgestellt, dass nicht jeder Hotspot automatisch eine hohe planerische Relevanz besitzt. Aufbauend darauf werden lokale klimatische Defizite verortet, die aus der urbanen Energiebilanz und aktiven wie passiven Zielen der Klimaanpassung abgeleitet sind. In einem weiteren Schritt wird die Eignung konkreter Maßnahmentypen räumlich differenziert bewertet. Dazu zählen beispielsweise Entsiegelung, Verschattung durch Bäume, Optimierung der Vegetation oder Gründächer und grüne Fassaden. Die Bewertung erfolgt kontextabhängig anhand strukturell ähnlicher Stadtbereiche unter Berücksichtigung von Faktoren wie Ventilationskorridoren, Bebauungsdichte oder Umsetzbarkeit.
Die Ergebnisse stehen rasterzellengenau zur Verfügung und ermöglichen eine zielgerichtete, datenbasierte Klimaanpassungsplanung, beispielhaft dargestellt am Stadtgebiet Frankfurt und dem Stadtteil Gallus. Diese Arbeit entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und zeigt, wie datengetrieben und systematisch Maßnahmen zur Klimaanpassung identifiziert, priorisiert und räumlich verortet werden können.
Zu einer virtuellen Reise in die Schweiz lud Dr. Fridolin Wicki – Direktor des Bundesamts für Landestopografie swisstopo – die Veranstaltungsgäste ein. Auch die Schweiz wird heißer, trockener, schneeärmer und kämpft künftig mit heftigeren Regenfällen. Zu diesem Ergebnis kommen Klimaforschende des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der ETH Zürich. Die Auswirkungen sind beispielsweise Unwetterschäden, Trockenheitsperioden, schmelzender Permafrost, Gletscherschmelze und damit verbunden dauerhafte Landschaftsveränderungen.
Die Landesvermessung hat Fähigkeiten, diese Ereignisse zu dokumentieren, die Prävention zu unterstützen und Schäden zu verringern. Sie ist ein Instrument des Staates, das unterstützt, diesen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.
Beispiele aus Landschaftsbeobachtung, Trockenheitswarnung und Rapid Mapping machten deutlich, welchen Beitrag amtliche Geodaten zur Prävention und Schadensminderung leisten können und welche Aufgaben die schweizerische Landesvermessung in diesem Bereich neu übernommen hat.
Anpassung gestalten – Landmanagement, Katastrophenschutz und Immobilienmarkt
Der zweite Themenblock rückte die Klimafolgenanpassung in den Fokus. René Schubert erläuterte die „Neuausrichtung des rheinland-pfälzischen Katastrophenschutzes“ und die Gründung des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK) zum 1. Januar 2025, dessen Präsident er ist. Mit dem LfBK werden zentrale Aufgaben des Katastrophenschutzes gebündelt und als landesweites Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr neu aufgestellt.
Ein Schwerpunkt liegt auf der stärkeren Unterstützung der kommunalen Aufgabenträger durch Beratung bei der Bedarfsplanung und der Einrichtung von Regionalstellen. Zentrales Element ist das rund um die Uhr besetzte Lagezentrum Bevölkerungsschutz, das eine kontinuierliche Lagebeobachtung, schnelle Entscheidungsgrundlagen sowie eine direkte Anbindung an die Integrierten Leitstellen über die zentrale Kommunikationsinfrastruktur des Landes gewährleistet. Von besonderer Bedeutung ist auch, die Ausbildung im Brand- und Katastrophenschutz kontinuierlich zu steigern.
Dr. Schürer vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz stellte in seinem Vortrag „Geobasisdaten und Geodatenmanagement – Digitale Grundlagen für die Erhebung, Analyse und Vermeidung der Folgen des Klimawandels“ die Bedeutung amtlicher Geobasisdaten als zentrale Grundlage für klimabezogene Fachanalysen heraus. Die Vermessungs- und Katasterverwaltung (VermKV) stellt hierfür viele unterschiedliche, anwendungsneutrale, landesweit einheitliche sowie qualitativ hochwertige Geobasisdaten bereit, die aktuell, standardisiert und über verschiedene Bereitstellungskanäle nutzbar sind. Die Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz einwickelt ihre Daten inhaltlich, geometrisch und technisch gemäß den Nutzeranforderungen weiter, so dass diese für Fragestellungen anderer Fachthemen wie Klimaschutz und Klimaanpassung eine ideale Grundlage bilden.
Wie eng Landmanagement und Klimaanpassung miteinander verknüpft sind, zeigte Christoph Platen vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel. Zur Unterstützung des Wiederaufbaus der zerstörten Weinbergsflachlage im Ahrtal sind zwei Bodenordnungsverfahren mit fokussierter Zieldefinition angeordnet worden. Die bisherige Flurstruktur musste unter Berücksichtigung der genehmigungsrechtlichen Vorgaben (Zeilendrehung) angepasst und dem Gewässer mehr Raum für den Hochwasserfall eingeräumt werden. Durch gezielte Bodenordnungsverfahren konnten so Flächen verfügbar gemacht und Maßnahmen des Gewässerwiederherstellungskonzepts Hand in Hand umgesetzt werden – ein eindrucksvolles Beispiel für die wichtige Rolle des Bodenmanagements bei der Steigerung der Resilienz des Ländlichen Raums gegenüber Klimafolgen und der Bewältigung klimabedingter Schadensereignisse.
Einen weiteren Blickwinkel eröffnete Dr. Matthias Soot – Technische Universität Dresden – mit der Frage nach den Auswirkungen des Klimawandels auf den Immobilienmarkt. Dabei wurde kritisch diskutiert, inwieweit Geodaten – beispielsweise zur Bewertung von Risiken durch Hochwasser, Starkregen oder Hitze – bereits von Immobilienkäufern genutzt werden. Aus Sicht von Dr. Soot bleibt die Transparenz rund um Geo- und Immobiliendaten bislang unzureichend und die mediale Aufmerksamkeit für diese Themen ist noch zu gering. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Aktuell spielen klimabezogene Aspekte beim Immobilienkauf noch eine untergeordnete Rolle. Doch Dr. Soot ist überzeugt: In Zukunft werden sie einen zunehmend entscheidenden Einfluss auf die Immobilienpreise ausüben. Geodaten sind dabei ein zentrales Instrument, um Risiken zu bewerten – doch ihre Nutzung erfordert höchste Genauigkeit. Denn aufgrund der möglichen Haftungsrisiken müssen die Daten sorgfältig, verlässlich und nachvollziehbar abgeleitet werden.
Dialog fördern – DVW-Arbeitskreise laden zur Diskussion ein
Ergänzend zu den verschiedenen fachlichen Beiträgen luden die acht Arbeitskreise des DVW und der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e.V. die Teilnehmenden zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages zu einem interaktiven Austausch in den Veranstaltungsräumen ein. An den Stationen wurden die aktuellen Themen aus den unterschiedlichen Fachbereichen aufgriffen und gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert. Wissensfragen wie „Wo vergeht die Zeit schneller – in Stuttgart, Ludwigshafen oder Hamburg?“ oder „Wie entwickelt sich die Eisschmelze in Grönland?“ sorgten dabei für einen ebenso kurzweiligen wie erkenntnisreichen Austausch.
Best Practice – Der Blick in Anwendungen
Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages resümierten die DVW-Vizepräsidenten Dr. Frank Friesecke, Prof. Dr. Jürgen Müller und Prof. Dr. Christian Hesse den Austausch mit den Arbeitskreisen und stellten die großartigen Leistungen der Arbeitskreise und Foren des DVW heraus. Gleichzeitig blickten sie auf die neue Arbeitskreisperiode 2027 bis 2030 und riefen zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den künftig sieben Arbeitskreisen auf.
Im weiteren Vortragsprogramm standen Innovationsmanagement und Best Practice im Mittelpunkt. 2024 wurde das Kompetenzzentrum für Klimafolgenanpassung und Katastrophenschutz der htw saar (KoK²) gegründet. Der operative Leiter des Zentrums, Andreas Biehler, stellte beim Forum Geodäsie die aktuellen Forschungsschwerpunkte vor. Das Kompetenzzentrum verbindet das Know-how aus einer Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsprojekten der Professuren für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft der Professoren Alpaslan Yörük und Joachim Dettmar mit weiteren Fachdisziplinen der Hochschule. Der Umgang mit Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser, ebenso wie Bodenerosion, Hitze, oder Hangrutschungen stehen im Fokus der Forschungsarbeiten. Die Ergebnisse sind stets anwendungsorientiert, um die Akteure in der Praxis aus Behörden, KRITIS-Betreibern und Katastrophenschutz bestmöglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen und Gefahren für die Bevölkerung sichtbar zu machen. Die Schaffung zukunftsfähiger Lebensräume im fortscheitenden Klimawandel ist zentrale Aufgabe der Forschung beim KoK².
„Das Konzept der ‚Schwammstadt‘ stellt eine zentrale Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels im urbanen Raum dar“, so Dr. Tilmann Sauer – Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse – insbesondere häufiger auftretender Starkregen sowie längerer Hitzeperioden – stehen Städte vor großen Herausforderungen im Umgang mit Wasser und hohen Temperaturen. Klassische Entwässerungssysteme sind für das Schwammstadtprinzip nicht ausgelegt, da sie Niederschlagswasser möglichst schnell ableiten, anstatt es vor Ort zu speichern oder zu nutzen.
Die Schwammstadt verfolgt dagegen einen integrativen Ansatz: Regenwasser wird lokal aufgenommen, gespeichert, versickert oder verdunstet. Dadurch lassen sich Überflutungsrisiken reduzieren, der natürliche Wasserhaushalt stabilisieren und gleichzeitig kühlende Effekte im Stadtklima erzeugen. Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung und dezentrale Wasserrückhaltung spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Mit fortschreitendem Klimawandel gewinnt das Schwammstadtkonzept weiter an Bedeutung. Sinkende Niederschlagsmengen in den Sommermonaten, häufigere Starkregenereignisse und steigende Temperaturen treffen in Städten auf einen hohen Versiegelungsgrad. Der Wärmeinsel-Effekt verstärkt dabei zusätzlich die sommerliche Belastung für die Stadtbevölkerung. Die Schwammstadt ist somit ein wirksames Konzept zur Klimaanpassung, das nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch die Lebensqualität und Resilienz urbaner Räume nachhaltig verbessert.
Im abschließenden Vortrag stellte Ulrich Hipler vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg aktuelle Herausforderungen für den Wald im Klimawandel vor. Als übergeordnetes Ziel steht der Erhalt des Waldes und seiner Funktionen im Vordergrund der Waldstrategie Baden-Württemberg 2050. Der Prozess der Waldstrategie wurde im Jahr 2020 gestartet und wird laufend an die aktuellen Herausforderungen angepasst. Die Strategie besteht aus acht Themenfeldern mit insgesamt 23 Zielen, die den Wald und die Waldwirtschaft aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten.
Die praktische Waldbewirtschaftung bedient sich einer Reihe von Instrumenten zur Sicherung der Wälder und ihrer Ökosystemleistungen. Je nach Waldentwicklungsphase können unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, die in dem landesweiten Konzept der „Waldentwicklungstypen im Klimawandel“ empfohlen werden. Über die praktischen Instrumente hinaus stehen den Forstleuten auf Ihren Revierleitungstablets eine Vielzahl unterschiedlicher Geodaten zur Verfügung, die die Entscheidungen im Wald erleichtern. Abschließend wurde betont, dass es zur erfolgreichen Klimaanpassung eine konsequente Waldpflege, eine landesweit abgestimmte Strategie sowie adaptive Konzepte und praxisnahe Hilfsmittel für die Waldbewirtschaftung benötigt. Die Herausforderungen können nur in einem engen Zusammenspiel zwischen Praxis und Forschung gemeistert werden.
„Welten vernetzen“ Live
Ein besonderes Highlight bildete die Live-Aufzeichnung des Podcast „Welten vernetzen“, in der Susanne Kleemann und André Caffier gemeinsam mit Barbara Meierhöfer und Andreas Oeynhausen das Thema „Klima.Folgen.Flächenbedarf – Landmanagement unterstützt!“ diskutierten. Hören Sie rein!
Impulse und intensiver Austausch
Abgerundet wurde das fachliche Programm durch einen kurzweiligen Netzwerkabend in gemütlicher Atmosphäre. Bereits der gemeinsame Transfer von Ludwigshafen nach Mannheim mit zwei historischen Straßenbahnen bot Gelegenheit zu ersten Gesprächen und fachlichem Austausch. In entspannter Umgebung setzten die Teilnehmenden diesen Dialog fort, vertieften Kontakte und knüpften neue. Die angeregten Diskussionen unterstrichen, dass der Austausch über Disziplinen, Generationen und Institutionen hinweg nicht nur während der Vorträge, sondern insbesondere auch im informellen Rahmen einen hohen Stellenwert hatte und wesentlich zum besonderen Charakter der Veranstaltung beitrug.
Das FORUM GEODÄSIE 2026 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Beiträge der Geodäsie und angrenzender Disziplinen zur Bewältigung des Klimawandels sind. Es bot Raum für Wissenstransfer, Diskussion und persönliche Begegnungen – und lebte dabei insbesondere vom engagierten Einsatz vieler Beteiligter. Durch das Programm moderierten die Vorsitzenden der drei Landesvereine: Markus Muhler (Baden-Württemberg), Michael Loos (Rheinland-Pfalz) und Björn Degel (Saarland). Sie gaben der Veranstaltung den passenden Rahmen – eine Bühne, auf der die Expertise und das Engagement vieler Beteiligter voll zur Entfaltung kommen konnten. Ein herzlicher Dank gilt den Referentinnen und Referenten, den Mitwirkenden in den Arbeitskreisen und Foren sowie allen Teilnehmenden, die zum Gelingen des FORUMS GEODÄSIE 2026 beigetragen haben.
Im kommenden Jahr wird das FORUM GEODÄSIE vom 15. bis 16. April 2027 in Hamburg stattfinden und von den DVW‑Landesvereinen Hamburg/Schleswig‑Holstein und Niedersachsen/Bremen ausgerichtet. Die Geo-Community darf sich bereits jetzt auf eine Fortsetzung des fachlichen Dialogs freuen.







